Die Vorliebe zu Whisky hatte sie zum Zigarren-Anfänger-Workshop gebracht. Denn auch Zigarre rauchen will gelernt sein. Das zeigte sich schon bei der Wahl des richtigen Werkzeuges zum Anschneiden und beim Schnitt selbst. Hier zählen vor allem Präzision und Mut, denn wer zu zögerlich schneidet hat schon verloren. Auch beim Anzünden gibt es einiges zu beachten. Nicht zu nah an die Flamme und gleichmäßig erglühen lassen. So werden schiefer Abbrand und unangebracht Aromen vermieden. Noch wichtiger: Niemals mit einem Benzinfeuerzeug anzünden, denn das Benzin wird die ganze Rauchdauer lang im Geschmack deutlich zu vernehmen sein und den Genuss trüben. Auch ein weiteres praktisches Problem offenbarte sich im Rauchverlauf: Wann ist es Zeit abzuaschen, damit nicht alles auf dem Boden oder schlimmer auf der Jacke landet? „Beim Zigarrauchen entstehen eh dauernd Schweinerein“ sprach der Chef und verriet den Novizen worauf es beim Rauchen wirklich ankommt. Es geht neben dem Genuss vor allem um Eines: Zeit für sich. Etwas, dass in der heutigen Zeit viel zu kurz kommt.
Neben praktischen Tipps gab es auch einiges Wissenswertes. Wo kommen die Zigarren her, wie werden sie gefertigt, was ist beim Kauf zu beachten. Als Anschauungsmaterial diente eine ausgediente fehlerhafte Zigarre, die in ihrer Einzelteile zerlegt ein hervorragendes Beispiel für die drei verschiedenen Schichten der Zigarre und die Beschaffenheit der einzelnen Blätter war. Die Novizen bekamen wahlweise ein Glas Rum oder Whisky zur Zigarre. Ratschlag für das Auswählen der Spirituose: „Erlaubt ist was schmeckt“, es sollte nur darauf geachtet werden, dass einer der beiden Komponenten nicht so kräftig gewählt wird, dass die andere vollkommen ihren Charakter verliert. Alles in Allem war der Abend sehr gelungen, alle hatten viel Spaß, viele Fragen und haben das Wochenende als nun erfahrene Zigarrenraucher beendet.


















