Patoro Zigarren

Patoro Zigarren
28. Oktober 2015

Patoro 

Die aus dem Jahre 2001 stammende Zigarrenmarke „Patoro“ erfuhr in 2015 personelle Verstärkung für ihren Gründer Patrick Martin. Mit an Bord sind seither Dr. Pablo Richard Schneider, Enkel des ehemaligen Davidoff-Chefs, sowie Carlos Andrés, seines Zeichens ehemaliger Mitarbeiter des Davidoff-Konzerns.

Etymologisch leitet sich der Name „Patoro“ aus zwei Elementen ab: den ersten drei Buchstaben des Vornamens des Gründers Patrick Martin, sowie dem spanischen Wort für Gold, „oro“.

In der Branche gab es jüngst viel Wirbel um die nun auch auf dem deutschen Markt erschienenen, hoch angepriesenen – und hochpreisigen – „Patoros“. Die dominikanischen, handgefertigten Longfiller hatten schnell unser Interesse geweckt und wir nahmen uns zunächst folgende Reihen vor:

 

Bevor es losgehen kann, machen wir es uns auf windgeschütztem, überdachtem und beheiztem Balkon gemütlich, der doppelte Espresso aus nicaraguanischen Bohnen, sowie ein Glas stilles Wasser stehen bereit. Der Genussrauch möge beginnen.

Bei unserer ersten Zigarre, der Patoro Vintage Robusto, handelt es sich um eine dominikanische Puro: sowohl Deckblatt, als auch Umblatt und Einlage wuchsen und reiften in der Dominikanischen Republik zu ihrer spürbaren Qualität heran. Der Beginn der Patoro Vintage Robusto wird durch Noten von Pfeffer, Holz und Leder getragen. Die ersten Züge fallen würzig und kräftig aus. Als kräftig erweist sich auch der Preis, der mit sage und schreibe 19€ zu Buche schlägt; wir sind gespannt ob der Preis gerechtfertigt ist. 

Der anfängliche Rauchgenuss erfolgt bei deutlicher Herausbildung der Pfeffernoten, während insbesondere die Lederaromen etwas in den Hintergrund treten. Nach dem ersten Zentimeter begleiten Röstaromen das Erlebnis. Nach ungefähr 2 Zentimetern setzen sehr dezente, dennoch spürbare Fruchtnoten ein. Die mittelgraue Asche steht bis zur Hälfte der Zigarre im stabilen Zylinder – hervorragend. Im letzten Drittel spielen erdige Noten die Erste Geige. Man kommt sich fast schon wie in einem kleinen Orchester vor: Pfeffernoten geben zunächst den Ton an, während Fruchtaromen und Kakao im sanften Wechsel miteinander eine eigene, stets individuelle Symphonie gestalten. 

Von Anfang bis Ende ist die Zigarre von absolut gleichmäßigem Abbrand gezeichnet, und das trotz anfänglicher Zweifel über eine etwas prominentere Blattader. Das Zugverhalten ist perfekt. Die Aromaentwicklung ist filigran, geschmacklich glänzt die Patoro Vintage mit feiner Vielfalt. Dennoch bleibt der Preis gefühlt prohibitiv hoch.

 

Im weiteren Verlauf des Abends folgt die Patoro Brasil Gordo. Sie besticht im Auftakt mit leichter Haselnussnote. Angenehm trockene und kräftige Kakao- und Röstaromen wechseln sich harmonisch ab. Ärgerlich ist hingegen der ungleichmäßige Abbrand: 2 Millimeter Asche steht 1 ganzer Zentimeter Asche gegenüber. Wir verzichten zunächst auf eine Nachkorrektur. Mittelkräftig geht es am Ende des ersten Drittels mit Holz und Leder weiter. Allerdings sehen wir uns nach nunmehr 2 vollen Zentimetern Fehlbrand gezwungen, mit einem Streichholz für erneute Ausgewogenheit zu sorgen.

Das zweite Drittel wartet mit milder Cremigkeit auf, während eine leichte Süße hinzukommt. Eine Beurteilung der Farbe der Asche muss aufgrund der zuvor vorgenommenen Nachkorrektur auf die nächste Brasil Gordo vertagt werden. Das Zugverhalten erweist sich als sehr gut. 

Im letzten Drittel klingt die Patoro Brasil Gordo mit kräftigen Kaffee- und Kakaonoten hervorragend aus. Wäre der überraschende Abbrand nicht gewesen, hätte die Patoro Brasil Gordo in ähnlicher „Gold-Liga“ wie die Vintage Schwester gespielt. Statt „oro“ gibt es daher für’s Erste nur „plata“, eine Silbermedaille.

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