Die großen Formate überzeugen mit einem kräftigen Geschmack und ausgewogenen und vielfältigen Aromen.
50 verschiedene Formate mag mehr klingen als ein erfahrener Zigarrenliebhaber je bei einem Händler gesehen hat. Das liegt vor allem daran, dass derzeit daran gearbeitet wird, das Repertoire zu verkleinern. Zudem sind in verschiedenen Ländern unterschiedliche Vitolas erhältlich und nicht jeder Händler wird das gesamte für ihn verfügbare Repertoire bei sich beherbergen.
Hat man nun eine der kubanischen Köstlichkeiten in der Hand, kann man neugierig einen Blick auf die lange Geschichte der Marke werfen. Wie bei den meisten Habanos ist sie eng mit der Geschichte Kubas verknüpft.
Partagás geht zurück auf ihren Gründer Jamie Partagás Ravelo, der 1827 eine Manufaktur in La Habana eröffnet. Manche Quellen geben dieses Jahr als Gründungsdatum der Marke an. Den Namen Partagás zusammen mit neuen Fabrikräumen im Zentrum von La Hagana erhielt das Unternehmen aber erst im Jahr 1945. Das Unternehmen von Jamie Partagás schrieb von Anfang an schwarze Zahlen, kurz nach Eröffnung konnte ein großes eigenes Anbaugebiet in Binar del Rio erworben werden. Das machte Partagás unabhängig von den Preisvorschriften der Händler.
Bereits 1867 wurde die „Real Fábrica de Tabascos Partagás“ auf der Weltausstellung Paris mit der Goldmedaille für herausragende Qualität ausgezeichnet. Der Name bedeutet übersetzt „königliche Tabakfabrik Partagás“, den Namen erhielt sie höchstwahrscheinlich, da sie als Hoflieferant vieler europäischer und asiatischer Königshäuser diente. Die Fabrik ist die einzige, die seit ihrer Gründung ununterbrochen fertigt.
Die damalige Arbeit zeichnete sich durch die Experimentierfreudigkeit des Gründers aus. Don Jamie Partagás experimentierte mit Reifungs- und Fermentationsprozessen. Seine Kreativität zeigt sich auch in den über 50 Formaten, die er kreierte. Außerdem war er der legende nach der Erfinder einer besonderen Erscheinung im Herstellungsprozess einer Zigarre. Er beschäftigte die berühmten Vorleser, die den Torcedores während ihrer oft eintönigen Arbeit aus den Werken der Weltliteratur vorlasen. In seiner Fabrik soll es auf einem Podest vor den Arbeitern den erste Lektor gegeben haben.
Nur zwei Jahre später endete abrupt das Leben des erfolgreichen Tabakproduzenten. Am 17. Juni 1868 erlitt er auf seiner Tabakplantage mehrere schwere Schussverletzungen. Einen Monat später erläge er diesen Verletzungen. Vermutlich war er ein Opfer der Unruhen im ersten Unabhängigkeitskrieges auf Kuba, der Unmut der Bevölkerung richtete sich nicht nur gegen die Kolonialmacht, sondern auch gegen die Großgrundbesitzer.
Nach seinem Tod ging das Unternehmen an seine Erben, diese hatten weniger Geschick in der Geschäftsführung und der Zigarrenproduktionen und erwägten den Verkauf. Schließlich kam Partagás an den begnadeten und berühmten Zigarrenmacher Ramón Cifuentes, der die Manufaktur bis zu seinem Tod 1938 führte. Bis zur staatlichen Enteignung 1960 blieb die Fabrik in den Händen der Cifuentes Familie. Heute sind die beliebten Zigarren noch immer Staatseigentum und die Manufaktur trägt wieder den Namen Real Fábrica de Tabascos Partagás.


















