Die jungen Wilden: frischer Wind im Zigarrensortiment

Die jungen Wilden: frischer Wind im Zigarrensortiment
15. November 2016

Die berühmten Zigarrenhersteller dieser Welt müssen Jahr um Jahr eine hohe Nachfrage ihrer Produkte decken. Um die enorme Stückzahl an Zigarren produzieren zu können, benötigen sie eine überaus große Menge desselben Tabaks in der gleichen, hohen Qualität. Aus diesem Grund schmecken All-Time-Favourites wie die Davidoff 2000 über viele Jahre hinweg sehr ähnlich. Auch bei den bekannten kubanischen Marken wie Cohiba, Partagas oder Montecristo sowie bei einschlägigen Größen wie Arturo Fuente und Plasencia ist dies der Fall. Nur so kann sichergestellt werden, dass Zigarrenliebhaber tatsächlich den typischen Davidoff- oder Montecristo-Geschmack genießen können.

Der Vorteil des immer gleichen Blends ist aber zugleich sein Nachteil: Die Exklusivität des Genussmoments geht verloren. Viele Aficionados sind experimentierfreudig und wollen sich von Zeit zu Zeit mit etwas Besonderem überraschen. Sogenannte Boutique-Zigarren finden daher in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger. Sie stammen meist aus eher kleinen Anbaugebieten und Manufakturen. Entsprechend limitiert ist die Zigarrenauflage. Die benötigten Mengen an Rohtabaken sind niedrig und ermöglichen es den Herstellern, Tabake zu verwenden, die dem geneigten Aficionado in den großen Blends vorenthalten bleiben.

Mitunter finden sich in der Reihe der Boutique-Zigarren wahre Geheimtipps. Die Zigarren der Marken Alec Bradley, Caldwell und Rocky Patel haben es uns besonders angetan. Eine Auswahl der jungen Wilden finden Sie in unserem Sortiment.

Alec Bradley

Bereits 1996 gründete Alan Rubin die Zigarrenmanufaktur Alec Bradley Cigars. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt, setzten doch gerade die 1990er Jahre dem Zigarrenboom ein jähes Ende, sodass viele Produzenten mit Einbußen zu kämpfen hatten. Doch das Glück war auf Rubins Seite. Er lernte zum einen Ralph Montero, Gründer der bekannten Zigarrenmarke Montero Cigars, sowie den Tabakzüchter Henke Kelner aus der Dominikanischen Republik kennen. Gemeinsam brachten sie Alec Bradley Cigars wieder in die Spur, bis ihnen mit der Tempus Linie im Jahr 2007 endlich der Durchbruch gelang. Die Zigarrenwelt ist bis heute von den ausgeprägten Aromen und dem spannenden Rauchverlauf der Alec Bradley Tempus Zigarren begeistert: erst sanft erdig, dann süß und zuletzt mit kräftiger Würze.

Alec Bradley versteht außerdem, auf aktuelle Trends zu reagieren. So sind derzeit beispielsweise in den USA größere Ringmaße gefragt. Entsprechend finden sich dicke Zigarren wie der honduranische Longfiller Black Market Rubosto mit 50er Ringmaß sowie die Black Market Gordo mit Tabaken aus Sumatra, Panama, Honduras und Nicaragua mit stattlichem 60er Ringmaß im Sortiment von Alec Bradley. Das Aromaspektrum ist bei allen Alec Bradley Zigarren abwechslungsreich und überraschend vielfältig.

Rocky Patel

Vom Staranwalt zum Zigarrenexperten: Rakesh Patel, gebürtiger Inder, hat einen beeindruckenden Lebenslauf hinter sich. Mitte der 1990er gründete er nach erfolgreicher Anwaltslaufbahn die Indian Cigar Company, die im Jahr 2003 unter dem Namen Rocky Patel die erste Zigarrenserie herausbracht und aus dem Stegreif zum Publikumsliebling avancierte. Zigarren der Vintage Serie enthalten beste Tabake aus Honduras und Ecuador. Bis heute wird Rocky Patel vom Streben nach dem perfekten Blend angetrieben. Die Tabake stammen aus Honduras und werden in El Paraíso zu hochwertigen Zigarren gerollt. Besonders empfehlenswert für erfahrene Aficionados ist die Serie Burn. Versuchen Sie zum Beispiel einmal die kräftig-würzige Rocky Patel Burn Toro. Mit einer charaktervollen Schärfe ist sie nicht gerade für Zigarreneinsteiger geeignet, doch passt sie dank der Kaffee- und Holzaromen perfekt zu einem gepflegten Glas Whiskey oder Scotch. Optisch können die Zigarren ebenso überzeugen: Zigarrenring und Vitola bestechen durch ein modernes, kontrastreiches Design.

Caldwell

Robert CaldwellRobert Caldwell von Caldwell Cigar Company ist, wenn es um Tabak geht, wie ein Trüffelschwein. Er sucht ausgefallene und seltene Tabake und macht daraus Blends, die dem Raucher einzigartige Geschmackserlebnisse bescheren. Selten findet man Zigarren, die einen Pelo de Ort aus Peru in der Einlage haben. In Peru wird zu wenig Tabak angebaut, um diesen im großen Stil zu verarbeiten. Für große Hersteller ist es zudem nicht einfach, Tabake zu verarbeiten, die einen problematischen Reifungsprozess haben. Der Negrito, welcher in der The King is Dead von Caldwell Cigar verarbeitet wird, ist wesentlich dicker als andere Tabake und daher in der Fermentation schwierig zu kontrollieren. Robert greift überwiegend auf alte Tabake zurück. Einige sind bis zu zehn Jahre gereift.

In der Boutique-Serie von Robert Caldwell sind insgesamt fünf Zigarren enthalten, die dem Zigarrenliebhaber außergewöhnliche Aromen und Geschmackskombinationen. Jede Zigarre hat dabei ihren ganz eigenen Charakter, sodass ein jeder die passende Zigarre für seine Rauchvorlieben findet. Für Aficionados, die Blends mit mildem Aroma bevorzugen, ist die Sevillana Reserva oder die Eastern Standard eine gute Wahl, um das Thema Boutique-Zigarren zu erkunden. Für die Freunde mittelkräftiger Zigarren bietet Robert die bereits erwähnte The King is Dead und die Blind Man’s Bluff an. Für die Liebhaber kräftiger Blends geht die Long Live the King an den Start.

Sowohl bei der Gestaltung der Kisten als auch der Bauchbinden geht Robert Caldwell ganz eigene Wege. Moderne Kunst beeinflusst seine Kisten und Banderolen. Robert hat seinen Erfolgszug durch Europa im hohen Norden gestartet. In den skandinavischen Ländern gibt es die Caldwell Zigarren schon länger. Seit der Intertabac 2016 gibt es sie endlich auch bei uns.

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