Reifung des Zigarrentabaks

Zigarrenreifung Blog
1. Dezember 2021
Von Peter Stephani

Reifung des Zigarrentabaks

Die Reifung oder das Aging des Tabaks ist für die Qualität der Zigarre entscheidend. Es gibt viele Tabaksorten, welche ein enormes Reifungspotential haben. Je nach Tabak kann die Reifeperiode bis zu 10 Jahre dauern. Im Schnitt werden Tabake zwischen 2-3 Jahre eingelagert. Es gibt aber auch Tabake welche schon nach einer verhältnismässig kurzen Reifezeit von etwas sechs Monaten das volle Potential entfalten.

Selbstverständlich bietet gereifter Tabak aus einem umfangreichen Lager den Masterblendern die Möglichkeit sehr hochwertige Blends zu erstellen, aber auch die Möglichkeit durch die Auswahl verschiedener Tabake für einen immer gleichbleibenden Blend zu sorgen. Davidoff arbeitet nach diesem Prinzip und wer schon einmal das Vergnügen hatte einen Vortrag von Henke Kellner zu hören, wird genau verstehen was gemeint ist. Jede Zigarre hat ein vordefiniertes Geschmacks- und Kräftigkeitsprofil. Um dieses Profil bei jeder Zigarre zu erreichen wird der Blend kontinuierlich angepasst.

Ein großes Reifelager und viele gereifte Tabake sind daher notwendig, um uns mit interessanten Produkten zu versorgen. Aber zurück zum eigentlich Thema der Reifung. Die Deckblätter werden direkt nach der Fermentation in die Reifelager geschickt, zuvor werden die Blätter jedoch selektiert, sortiert und entrippt. Tabake, welche für die Einlage und das Umblatt vorgesehen werden, werden in der Regel nur entrippt bevor diese ins Reifelager wandern.

Im Gegensatz zum schnellen und kraftvollen Reifeprozess der Fermentation ist die Reifung im Tabaklager ein langsamer Prozess. Es wird mit weniger Temperatur und Feuchtigkeit gearbeitet. Der Reifungsprozess ist daher wesentlich schonender und langsamer. Auch die Verwaltung des Reifelagers ist ein große Kunst. Die Mitarbeiter in den Fabriken brauchen an dieser Stelle eine sehr lange Erfahrung um das Potential eines Tabaks richtig zu erkennen. Aber ein optimaler Reifeprozess rundet die Tabake ab und erhöht die Qualität. Der langsame Reifeprozess im Lager kann die Ergebnisse der Fermentation noch abrunden. Aus einem Rohdiamanten wird im Reifelager ein richtiges Schmuckstück. Obwohl sich die Aromen in der Reifung noch verändern, so bleibt die Farbe des Tabaks in der Regel unverändert.

Die optimale Reifezeit hängt, wie auch schon die Fermentation, von der chemischen Zusammensetzung des Tabaks und der Dicke des Tabakblattes ab. Je höher der Tabak an der Pflanze gewachsen ist, um so dicker ist das Blatt und um so länger kann der Tabak eingelagert werden.
Die Tabake für Einlage und Umblatt werden in Säcken, Schachteln oder Holzboxen gelagert. Da haben wir in den Tabaklagern schon sehr viele Behältnisse entdeckt. Die klassische Form der Lagerung von Deckblättern in Ballenform ist jedoch die „Tercio“ - die Tabake werden hier in die Blätter der Yagua Palme (Attalea Butyracea) eingewickelt und fest verschnürt. Diese Ballen werden auch „Yagua“ genannt. Da diese Tabake das Wertvollste im Lager sind, werden die Yagua mit Deckblättern noch besser kontrolliert und überwacht und befinden sich in der Regel in einem eigenen Lagerbereich.

Ein sehr gutes Beispiel für eine Zigarre mit lange gereiften Tabaken ist die Plasencia Alma Fuerte Sixto I Hexagon. Plasencia hat hier die absolute Kontrolle über den Tabak vom Saatgut bis zur fertigen Zigarre. Der Tabak verlässt bis fertigen Zigarre nie das Haus und wird immer wieder von den erfahren Händen bewertet und kontrolliert. Daher können in dieser Zigarre bis zu zehn Jahre alte Tabake verarbeitet werden. Diese Zigarre ist nicht nur optisch perfekt, sondern auch geschmacklich kaum zu übertreffen.