Zigarrenrauchern wird meist ein gewisses Image zugeschrieben: charismatisch, stilsicher und selbstbewusst. Das sind natürlich alles Klischees, wenn auch sehr schmeichelhafte, doch fragen wir uns von Zeit zu Zeit, wie sie überhaupt entstanden sind. Eine Antwort darauf finden wir in der Vergangenheit. Der Blick in die Geschichte zeigt: Die Zigarre hatte viele prominente Liebhaber, darunter wegweisende Denker und einflussreiche Staatsmänner. Für einige unter ihnen ist die Zigarre sogar zu einem regelrechten Markenzeichen geworden, und die Zigarre wiederum zu einem Symbol für Macht und Charakterstärke. Sie wollen mehr über die berühmten Zigarrenraucher erfahren? Dann begeben Sie sich jetzt mit uns auf eine kleine Zeitreise. Sie werden sehen, dass Sie sich als Aficionado in allerbester Gesellschaft befinden.

Zigarren und der Wille zur Macht: prominente Zigarrenraucher aus der Politik

Viele Politiker bekennen sich zur Zigarre, doch gibt es vor allem einen, der als regelrechter Botschafter des Zigarrengenusses in die Geschichte einging. Die Rede ist von Winston Churchill, einer der bedeutendsten Staatsmänner des 20 Jahrhunderts. Von 1940 bis 1945 sowie von 1951 bis 1955 war er Premierminister Großbritanniens und hielt das Land während des Zweiten Krieges moralisch zusammen. Er war vor allem wegen seines Durchhaltewillens und seiner Einsatzbereitschaft bei seinen Landsleuten beliebt. Charakteristisch für den Premierminister war zudem sein Auftreten, stets mit Trenchcoat, Hut und einer dicken Zigarre bekleidet. Nahezu jedes Foto des britischen Premierministers zeigt ihn, wie er genüsslich eine kubanische Zigarre raucht. Eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruhte, schließlich gibt es gleich eine ganze Vielzahl an Zigarren sowie ein Zigarrenformat, die nach ihm benannt wurden. Das Churchill-Format stammt ursprünglich von der Zigarrenmarke Romeo y Julieta aus dem Jahr 1910 und hieß zunächst Clemenceau, benannt nach dem französischen Premierminister. Während des Zweiten Weltkrieges stellte die Manufaktur unter der Führung des Kubaners Hipolito Rodriguez eine Auflage von Zigarren speziell für Winston Churchill mit personalisierter Banderole her. Als der Premierminister schließlich 1946 die Manufaktur besuchte, führte Rodriguez offiziell die Romeo y Julieta Churchill ein, übrigens ganz ohne Zustimmung des Ministers, was heute unmöglich wäre.

Zwei Prominente, eine Vorliebe: Gerhard Schröder und Arnold Schwarzenegger

Wir wollen uns noch einem zweiten Staatsmann widmen: Gerhard Schröder. 1998 bis 2005 war Schröder Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und für seine mitunter medienwirksamen Auftritte bekannt. Er zeigte sich unter anderem in luxuriösen Brioni-Anzügen, was bei den Sozialdemokraten nicht gerade auf Zustimmung traf. Ein weiteres Markenzeichen war die Cohiba-Zigarre, die er zu vielen Gelegenheiten genoss, wodurch ihr Bekanntheitsgrad in Deutschland deutlich stieg. Die Cohiba ist für ihren hervorragenden kubanischen Tabak bekannt und gilt als das Spitzenprodukt der staatlichen Zigarrenmanufaktur Habanos SA in Kuba. Zu den bekanntesten Vertreterinnen der Marke gehört die Cohiba Espléndidos, die Kanzlerzigarre, mit der sich nicht nur der Altbundeskanzler, sondern auch Filmstar und Gouverneur Arnold Schwarzenegger gerne schmückte. Sie zählt zu den kräftigeren Cohibas mit einem mächtigen 47er Ringmaß und 178 Millimeter Länge – gerade richtig für wichtige Persönlichkeiten.

Aficionados finden sich auch unter den Gelehrten

Unter den Intellektuellen gibt es so einige passionierte Zigarrenraucher, darunter der berühmte Psychologe und Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud. Freud begann bereits in den frühen Zwanzigern damit, Zigarren zu rauchen. Sie bereiteten ihm zum einen Genuss, zum anderen nutzte er das bedächtige Rauchen im Kreise von Freunden und Fachkollegen, um Kontakte zu knüpfen und im intellektuellen Austausch auf neue Ideen zu kommen. Freud schätzte vor allem den Genuss kubanischer Zigarren, meist musste er sich im Alltag aber mit Zigarrenmarken wie Trabucco, Reina Cubanas oder Don Pedros begnügen, Zigarrenmarken, die es heute teilweise nicht mehr gibt. Einige bekannte Zigarren-Zitate gehen auf den Österreicher zurück: „Ich meine, dass ich der Zigarre eine große Steigerung meiner Arbeitsfähigkeit und eine Erleichterung meiner Selbstbeherrschung zu danken habe.“ Es ist daher kaum verwunderlich, dass er am Tag rund 20 Zigarren rauchte. Und obwohl Freud sich in seiner Psychoanalyse an Symbolen bediente, lehnte er die Interpretation von Zigarren als Phallus ab. „Manchmal ist eine Zigarre einfach nur eine Zigarre.“ – mit diesen Worten erklärte er die Diskussion für beendet.

Mark Twain und Ernest Hemingway: Raucher aus Überzeugung

Mal war es die Pfeife, mal die Zigarre: der beliebte amerikanische Schriftsteller Mark Twain, Erfinder von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, liebte es zu rauchen. Bis zu 40 Zigarren sollen es pro Tag gewesen sein. Welche Zigarrenmarken er bevorzugte, ist leider nicht überliefert, dafür aber eine ganze Reihe von geflügelten Worte – kein Wunder, war Twain doch ein begnadeter Wortkünstler. „Ich habe es mir zur Regel gemacht, nie mehr als eine Zigarre gleichzeitig zu rauchen.“ Dieses Zitat klingt vor dem Hintergrund der Vielzahl an gerauchten Zigarren pro Tag geradezu ironisch. Mit den Worten „Ich verzichte auf den Himmel, wenn ich dort keine Zigarren rauchen darf“, bringt er seine Liebe zu Zigarren auf den Punkt. Auch Ernest Hemingway frönte dem Tabak. Hemingway, stets hin und her gerissen zwischen Hedonismus und Schwermut, liebte die Jagd, den Stierkampf, guten Alkohol und natürlich auch Zigarren. Schließlich wurde der Schriftsteller nicht nur durch sein Werk, sondern durch ein eigenes Zigarrenmodell unsterblich: Die Arturo Fuente Hemingway aus der Dominikanischen Republik trägt bis heute seinen Namen. Unter den Aficionados gibt es natürlich noch viele weitere spannende Persönlichkeiten, die es Wert wären, in diesem Beitrag erwähnt zu werden. Doch berühmt hin oder her: Wenn es um die Liebe zur Zigarre geht, sind wir doch alle gleich.